11.01.2012

Deutschlands größtes Atommüll-Lager viel riskanter als bisher eingestanden

Bau neuer Schutzwände um das Zwischenlager des AKW Gundremmingen geplant

In aller Heimlichkeit bereiten zur Zeit RWE und EON als Betreiber des Atom­müll-Lagers Gundremmingen den Bau von rund 10 Meter hohen Schutzwänden um das Zwischenlager vor. Die Terrorgefahr wird jetzt offenbar höher und realistischer eingeschätzt als noch vor sechs Jahren.
 
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die von den Klägern unserer Bürgerinitiative nach 2004 vorgebrachten Argumente, dass diese dünn gebauten Zwischenlagerhallen keinen ausreichenden Schutz gegen Terrorangriffe bieten, zurückgewiesen. Sowohl das oberste bayerische Verwaltungsgericht wie auch das Bundesverfassungsgericht erkannten nicht, dass diese Atommüll-Lagerung die Gesundheit und das Leben der Menschen im Umkreis von bis weit über 100 Kilometern gefährdet und damit unsere durch die Verfassung garantierten Rechte verletzt. Im Gundremminger Zwischenlager ist das Abstellen von 192 Castoren genehmigt. In jedem einzelnen Castor ist etwa so viel langdauernde Radioaktivität wie in Tschernobyl insgesamt frei gesetzt wurde.
 
Offenbar haben die Behörden jetzt neue Erkenntnisse und Einsichten, die sogar sie zum Handeln veranlassen. Der Gundremminger Gemeinderat hat gerade baurechtlich zugestimmt. Nach den neuen Erkenntnissen über drohende Gefahren wurde dem Vernehmen nach nicht gefragt. Viele glauben immer noch, dass ihr Kopf im Sand ausreichend gesichert sei. Das AKW selber, das sonst jeden gestifteten PC per Pressemeldung mitteilt, schweigt.
 
In Gundremmingen lagert mit Abstand mehr hochradioaktiver Atommüll als an jedem anderen Ort Deutschlands. In den zwei Reaktoren B und C stecken jeweils 784 Spaltelemente. In den zwei Abklingbecken jeweils über 2000 verbrauchte hochradioaktive Spaltelemente. In dem Zwischenlager schätzungsweise 35 Castoren mit jeweils 52 Spaltelementen. Gundremmingen wurde schleichend zum Plutoniumzentrum Deutschlands gemacht.
 
Unsere Bürgerinitiative fordert sowohl die maximale Sicherung des vorhandenen Atommülls wie die schnellstmögliche Beendigung der Produktion neuen Atommülls. Und endlich muss in Deutschland der best geeignete Ort für ein Endlager tief in der Erde gesucht werden. Niemand kann allerdings die Sicherheit dieses Endlagers für die notwendige Zeit von 1 Million Jahre garantieren. Aber die oberirdische Lagerung ist noch viel riskanter.
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager ... Energiepolitik e.V.

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